Ziele sind wertvoll fĂŒr uns. Denn sind unsere Ziele klar formuliert und folgen einer Intention, fĂ€llt es uns leichter, sie zu erreichen. In diesem Artikel erhĂ€ltst du 3 Methoden, mit denen du dir Ziele setzen und dich mit ihnen verbinden kannst. Neben der klassischen Methode â den SMARTen Zielen â beschreiben wir auch die moderne Zielsetzung und Zielverfolgung mit OKRs (Objectives and Key Results). Als drittes Beispiel fĂŒrs Zielesetzen zeigen wir dir, wie du dein eigenes Visionboard erstellst. Denn: Klare Ziele sorgen unter anderem dafĂŒr, uns in unsicheren Zeiten nicht orientierungslos oder fremdbestimmt zu fĂŒhlen. Es lohnt sich also, sich Zeit fĂŒr die eigenen Ziele zu nehmen.
âTell me, what is it you plan to do with your one wild and precious life?â
Mary Oliver
Mehr Geld, mehr Erfolg, mehr Status ODER persönliche und berufliche Entwicklung, eine bessere Work-Life-Balance, soziales Engagement? Es gibt kein Richtig oder Falsch. Denn die eigenen Ziele sind etwas sehr Individuelles. Trotzdem lohnt es sich, genau hinzugucken und zu fragen: Sind das wirklich meine Ziele â oder spiegeln sie vielleicht eine gesellschaftliche Erwartung wider, die ich persönlich mir gar nicht so wĂŒnsche?
Ziele werden leicht durch Erwartungen von AuĂen beeinflusst. Das gilt fĂŒr private wie fĂŒr berufliche Ziele.
Denn was resultiert aus dem Erreichen dieser Ziele? Der Wunsch nach noch mehr Geld, mehr Erfolg, mehr Status. So geraten wir in einen Kreis aus extrinsisch motivierten Erfolgserlebnissen, die uns hĂ€ufig resigniert zurĂŒcklassen. SchlieĂlich gibt es nie ein klares Ende von dem, was wir erreicht haben, es reicht einfach nie aus.
In der Female Leadership Academy arbeiten wir mit klaren Zielen, haben dabei aber immer eines im Blick: Unsere Ziele sollen uns dienen, nicht wir ihnen.
Je besser unsere Ziele mit dem groĂen Ganzen, der Vision, dem Oberziel, verbunden sind, desto motivierender können sie sein. Sind wir emotional und intellektuell mit dem âWarumâ verbunden, hilft das, um wirklich dranzubleiben. Im Arbeitskontext und auch im Privatleben.
âIf you donât prioritize your life, someone else will.â
Greg McKeown
1. Ziele definieren: Warum sind Ziele so wichtig?
Uns Ziele zu setzen, ist psychologisch wichtig fĂŒr uns. So haben wir die Chance, auf etwas hinzuarbeiten. Sie wirken wie ein Kompass.
Besonders stark sind sie, wenn es uns gelingt, sie emotional aufzuladen. Dabei kann es helfen, von unserem âWarumâ auszugehen. Simon Sinek spricht in seinem TedxTalk genau darĂŒber. Er skizziert den âGolden Circleâ, der uns ĂŒber das âWarumâ zum âWieâ und âWasâ bringt.
Dieses âWarumâ darf ein innerer Antreiber werden. Jedes Ziel, das wir davon ableiten, hilft uns bei der Erreichung unserer Vision. In Unternehmen könnte diese Vision zum Beispiel der Wunsch sein, die Welt nachhaltig zu verbessern. Stellt das Unternehmen Mitarbeiter*innen ein, die sich emotional mit diesem âWarumâ verbinden können (oder es sogar als ganz persönliche Vision in ihrem Privatleben verfolgen), kann sich eine starke Zusammenarbeit entwickeln, von der alle Beteiligten profitieren.
Die Arbeit mit Zielen, das regelmĂ€Ăige RĂŒckbesinnen auf sie, die emotionale Verbindung â all das sorgt schlieĂlich fĂŒr bessere Arbeitsleistungen und eine höhere Mitarbeiter*innen-Motivation. Denn Studien, wie zum Beispiel der Gallup Engagement Index, haben nachweisen können, dass emotional verbundene Mitarbeiter*innen bessere Leistung bringen. Durch die geringe oder gar nicht vorhandene emotionale Bindung von Mitarbeiter*innen hat die deutsche Wirtschaft im Jahr 2021 zwischen 92,9 und 115,1 Milliarde Euro Verlust gemacht.
Richtig gesetzte Ziele haben somit nicht nur einen groĂen emotionalen Wert, sondern auch einen wirtschaftlichen. Wie können wir diese Ziele nun definieren?
2. Klassische Methode: SMARTe Ziele
Impuls: Mit der klassischen Methode Ziele definieren
Es gibt zahlreiche Praktiken fĂŒr Zielformulierungen, der Klassiker unter ihnen nennt sich SMART. Diese Methode regt uns dazu an, unsere Ziele nicht nur so konkret wie möglich zu machen, sondern auch ihre Realisierbarkeit zu hinterfragen. Sie macht uns aufmerksam auf mögliche Zielkonflikte und unsere emotionale Verbindung zum Ziel und ist dennoch einfach umzusetzen. Vor allem in Organisationen erfreut sich diese Methode groĂer Beliebtheit. Dank SMART formulieren wir Ziele, die sowohl erreichbar als auch ĂŒberprĂŒfbar sind.
Die Buchstaben SMART stehen fĂŒr fĂŒnf verschiedene Parameter, die wir bei der Zielformulierung beachten.
SPEZIFISCH
MESSBAR
ATTRAKTIV
REALISTISCH
TERMINIERT
Wer fĂŒr sich selbst, seine Organisation oder mit seinem Team mit dieser Methode klare Ziele formulieren möchte, kann im ersten Schritt das in den Fokus nehmen, was im eigenen Einflussbereich liegt. Was kann ich direkt beeinflussen beziehungsweise was können wir beeinflussen?
Diese Fragestellung passt zum Punkt âRealisierbarkeitâ. Denn ein Ziel wird kaum realisierbar sein, wenn es auĂerhalb unseres Einflussbereiches liegt.
Checkliste: Ist dein Ziel SMART?
â
SPEZIFISCH
Ist dein Ziel aktiv und im PrÀsens formuliert?
Ist dein Ziel positiv formuliert?
Beispiel: âBeim nĂ€chsten PersonalgesprĂ€ch erhalte ich eine Gehaltsverhandlung.â
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MESSBAR
Woran erkennst du, dass dein Ziel erreicht ist? Formuliere das klar.
Beispiel: âIch bekomme ab dem nĂ€chsten Quartal 7% mehr Gehalt.â
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ATTRAKTIV
Zieht dich dein Ziel wirklich an?
Wie wirst du dich fĂŒhlen, wenn du das Ziel erreicht hast?
Beispiel: âWenn ich die Gehaltserhöhung erhalte, fĂŒhle ich mich erleichtert und stolz, denn ich bin fĂŒr meine BedĂŒrfnisse eingestanden.â
â
REALISTISCH
Ist das Ziel im vorgegebenen Zeitraum erreichbar?
Liegt das Ziel in deinem Einflussbereich?
Beispiel: Die zeitlichen und personellen Ressourcen sind vorhanden. Es gibt keine Zielkonflikte.
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TERMINIERT
Wann ist das Ziel erreicht?
Beispiel: Am 1. April habe ich erstmal mehr Gehalt auf dem Konto.
3. Moderne Methode: Objectives and Key Results
Impuls: Ziele fĂŒr FĂŒhrungskrĂ€fte und Mitarbeiter*innen
OKRs (Objectives and Key Results = Zielsetzungen und SchlĂŒsselergebnisse) richten sich in erster Linie an der Vision oder Mission aus, die in Strategie und konkrete Umsetzungen ĂŒbersetzt wird. Die Methode ist vergleichbar mit dem Golden Circle von Simon Sinek und erweitert diesen um die Planung des âWasâ im Ă€uĂeren Kreis.
Es kann sich aber auch um unternehmensweite Ziele oder Projekte handeln, die wir mithilfe von OKRs umsetzen wollen, wie die Planung eines Events oder der Launch eines neuen Produktes.
In jedem Fall formulieren die einzelnen Teams und deren Mitglieder, wie das Ziel aussieht. Ist es ein unternehmensweites Projekt, können sich die Unterziele in jeder Abteilung unterscheiden. Diese wiederum können ĂŒbrigens auch SMART formuliert werden.
AnschlieĂend werden die entsprechenden Metriken festgelegt, die das Ziel messbar machen. Das können pro Ziel bis zu drei SchlĂŒsselergebnisse sein.
OKRs sind deshalb so kraftvoll, weil wir uns ĂŒber die eigentlichen Aufgaben und Kennzahlen hinweg mit dem ĂŒbergeordneten Ziel verbinden und von ihm ausgehend Aufgaben ableiten. Die Messung der Ergebnisse ist dann wie eine kleine Belohnung fĂŒr unsere groĂartige Arbeit.
Der OKR-Prozess verlĂ€uft ĂŒbrigens ĂŒber einen festgesteckten Rahmen, zum Beispiel drei Monate oder die Dauer des Projektes. AnschlieĂend treffen sich alle Beteiligten, um eine Auswertung anzufertigen. DafĂŒr findet eine Review fĂŒr den inhaltlichen RĂŒckblick statt, und eine sogenannte Retrospektive, um ĂŒber die zwischenmenschliche Perspektive zu sprechen. Es wird gemeinsam evaluiert, wie gut das Projekt gelaufen ist, ob die Ziele erreicht wurden und welche Erfahrungen gesammelt und auf den nĂ€chsten Durchgang ĂŒbertragen werden können.
Beispiel: FĂŒr Objectives and Key Results
Ein Software-Studio fĂŒr Lernsoftware folgt dem Ziel, also dem Warum, Jugendliche dazu befĂ€higen, mit SpaĂ und Freude Lernerfolg zu erziehen.
FĂŒr eine Programmiererin könnten die aktuellen OKRs wie folgt aussehen:
Eine Software programmieren, bei deren Nutzung die Jugendlichen spielerisch ihre Noten verbessern können. (MaĂnahme)
Gemessen wird das an der Spieldauer, den Ergebnissen von Lerntests im Spiel und der Abfrage von Noten durch Umfragen bei den LehrkrĂ€ften. (Key Results bzw. SchlĂŒsselergebnisse)

âIf you live for having it all, what you have is never enough.â
Vicki Robin
4. Emotionale Methode: Dein Vision-Board
Beispiel: FĂŒr Objectives and Key Results
Oft vergessen wir sie doch im Alltagsstress, all diese kraftvollen WĂŒnsche, VorsĂ€tze, Ziele. Deshalb lohnt es sich, sie aufzuschreiben. Mit Bildern zu versehen. Dein persönliches Vision-Board unterstĂŒtzt dich dabei, immer wieder eine emotionale Verbindung zu deinen Zielen herzustellen.
Wir haben bereits darĂŒber geschrieben, dass es einen groĂen Einfluss hat, sich bestĂ€ndig mit dem eigenen Warum (und dem einer Organisation) zu verbinden. Durch ein Vision-Board geschieht das ganz automatisch, sobald wir es sehen.
Ein Vision-Board darf
- auch ein Blatt sein, das in deinem Kalender liegt â mit ausgedruckten Fotos oder SprĂŒchen
- ein Pinterest-Board sein, das du dir immer wieder ansiehst
- fĂŒr Organisationen genauso existieren wie fĂŒr Privatpersonen
- ganz viel GefĂŒhl enthalten, also zum Beispiel auch Stimmungsbilder
Lass uns die eigenen Ziele und WĂŒnsche sichtbar machen â als liebevoller Wegweiser.
Tipps fĂŒr Inspiration
Keine Sorge: Du musst nicht extrem kreativ werden oder dir Bastelmaterialien besorgen. Dein Vision-Board soll schlieĂlich, genau wie deine Ziele, dir dienen, nicht du ihm.
Du kannst dein Board also nach deinen WĂŒnschen gestalten.
Inspiration findest du zum Beispiel auf Pinterest. Wir haben dafĂŒr ein eigenes Board erstellt, das Vision Boards in vielen Formen und GröĂen darstellt.
So könntest du dein Vision-Board umsetzen:
- Fotos und SprĂŒche auf einer Pinnwand
- ein groĂes Plakat
- eine Seite in deinem Terminkalender
- als Bildschirmhintergrund auf deinem PC oder Smartphone
Richtig schöne Fotos und SprĂŒche findest du zum Beispiel hier:
- Pinterest â fĂŒr Fotos, SprĂŒche und Inspiration zu fertigen Vision Boards
- Pexels – FĂŒr Fotos
- Unsplash â fĂŒr Fotos
- Zeitschriften
Ăbrigens: Mit dem kostenfreien Tool Canva kannst du direkt ein komplettes, digitales Vision Board erstellen. Canva bietet schöne Vorlagen an, die du einfach mit Bildern deiner Wahl fĂŒllen kannst.
âTrĂ€ume dir dein Leben schön und mach aus diesen TrĂ€umen eine RealitĂ€t.â
Marie Curie
Ziele definieren und anfangen: Lass uns gemeinsam ins Handeln kommen
UnabhĂ€ngig davon, ob wir uns selbst oder unsere Kolleg*innen fĂŒhren: Ziele sind wichtig. Je mehr wir uns mit ihnen verbinden können, umso besser, effizienter und motivierter erreichen wir sie. Doch ob ein Ziel zu uns als Personen und Teams passt, hĂ€ngt auch von unseren Werten, StĂ€rken und Persönlichkeit ab. In der Female Leadership Academy machen wir uns gemeinsam auf eine Entdeckungsreise fĂŒr diese Themen â gemeinsam mit dem Team der Female Leadership Academy, den anderen Teilnehmerinnen und einer starken Mastermind-Gruppe.








